Der 21. März nahte – und mit ihm wie jedes Jahr dieses ganz spezielle Gemisch aus Gefühlen:
Einerseits die Vorfreude auf den Frühlingsanfang, der See ruft und die erste Ausfahrt ist greifbar nahe… Die Tage werden länger, die Sonne gewinnt an Kraft, und mit jedem Blick aufs Wasser wächst die Lust, endlich wieder die Segel zu setzen.
Andererseits meldet sich nach der überstandenen GV auch die leise Erkenntnis: Bevor es aufs Wasser geht, steht erst einmal ein nicht ganz unerheblicher Arbeitseinsatz an. Ein kleiner innerer Rückzieher wäre verlockend gewesen, hielt der Realität jedoch nur kurz stand.
Wie gewohnt stand ein harter Kern erfahrener SCaP-Segler pünktlich um 09:00 Uhr bereit für den Einsatz. Wobei „bereit“ nicht auf alle ganz zutraf: Die Präsidentenlimousine musste unterwegs nochmals umdrehen, um die bereits arg ausgelatschten Turnschuhe gegen wasserfeste Arbeitsschuhe auszutauschen.
Schliesslich schaffte es dann der Präsi doch noch, sich fast unbemerkt unter die Menge zu mischen – nicht zuletzt, weil Tommy bereits mit den Arbeitsinstruktionen begonnen hatte und die Aufmerksamkeit ganz auf ihn gerichtet war.
Dieses Jahr erwartete uns eine Premiere: Die rund 30 Jahre alten Styroporschwimmer hatten ausgedient und wurden durch neue Polyethylenschwimmer ersetzt. Und tatsächlich – sie passten wie massgeschneidert. Unter den wachsamen Augen von Dominik glitten die neuen Schwimmer auf einer Rampe aus Schalungsbrettern sanft unter die Stegelemente und fanden ihren Weg ins Wasser. Umso überraschender kam für viele der Ruf zur Kaffeepause.
Dank eines bestens eingespielten Teams zu Land und zu Wasser gelang es, die gesamte Steganlage in unter drei Stunden aufzustellen. Nach getaner Arbeit wurden alle Helfer belohnt. Würste vom Grill, frisches Brot, Hörnlisalat und eine Auswahl an Leckereien von der GV vom Vortag sowie geselliges Beisammensein, wie es im SCaP einfach dazugehört, rundete den Einsatz ab. Zum Frühlingsanfang zeigte sich auch das Wetter von seiner besten Seite, was die ohnehin gute Stimmung zusätzlich anhob.
Nicht zu übersehen war allerdings, dass der eine oder andere SCaP-ler immer wieder sehnsüchtige Blicke über den See schweifen liess. Bei diesen Bedingungen – Sonne, Wind und glitzerndes Wasser – dürfte so mancher kurz bereut haben, das eigene Boot nicht bereits eingewassert zu haben.
Und während rund 20 motivierte Helfer den Steg in Rekordzeit ins Wasser brachten, stellte sich ganz leise die Frage, wo wohl die restlichen 120 Mitglieder gerade waren. Vermutlich in wichtiger Vorbereitung auf die kommende Saison… oder zumindest gedanklich schon auf dem Wasser. So oder so: Der Steg steht – die Saison kann kommen.
René Cermak